Allgemein · Vorgeschichte

Vorgeschichte 1: vom Mädchen mit Leseschwäche zur Buchhändlerin

Hallo

Mein Name ist Katharina und ich bin 35 Jahre alt, habe eine 4 jährige Tochter und arbeite Teilzeit als Buchhändlerin.

Ich bin in einem Dorf im Thurgau aufgewachsen, wo meine Eltern einen Gasthof betreiben. Obwohl meine Eltern eigentlich immer viel zu tun hatten, haben Sie sich immer für mich und meinen Bruder Zeit genommen. Sei es zum Beispiel beim Gemeinsamen Essen, oder beim ins Bett bringen.

Meine Eltern und auch mein Bruder sind alle samt Bücherwürmer, mein Vater schafft einen 300-Seitigen Thriller locker in einem Nachmittag und las (übersetzte) mir und meinem Bruder in fliessendem Schweizerdeutsch Jim Knopf und co. als Gutenachtgeschichte vor. Meine Mutter weiss noch genau, was meine Eltern schon alles gelesen haben und steckt ihre Nase bei jeder freien Gelegenheit in einen Roman.

Ich selber hatte immer Mühe mit Lesen. Anfangs konnte ich gut tricksen. Als mein Bruder Lesen lernte, konnte ich die Schilder und gängigen Wörter von Ihm, ich las diese aber nicht, ich hatte Sie mir einfach gemerkt.

Als ich dran war mit Lesen lernen war es für mich und meine Eltern nicht einfach. Ich hatte grosse Schwierigkeiten und wurde von Lehrern und Mitschülern viel blossgestellt und gehänselt.

Ich erinnere mich, wie meine Privatschullehrerin allen Kindern einen ‚gut-gemacht-Sticker‘ gegeben hat, ausser mir. Sie sagte mir es können eben nicht alle Kinder so klug sein. Mein Bruder wäre halt überschlau und ich eben nicht.

Nach der Primarschule machte ich ein Vorbereitungsjahr in einer Privatschule. (Meine Mutter wollte, dass ich danach die Sekundarschule besuchen kann) Nach dem Einstufungstest, war die Erleichterung meiner Eltern klar zu spüren. Die Diagnose nach dem IQ Test war: Sie hat Legasthenie.

Eines muss Ich hier noch klarstellen: meine Eltern haben nicht gedacht das ich wenig intelligent sei, Sie konnten nur meine Lernschwäche beim Lesen/Schreiben nicht verstehen/ nachvollziehen.

Ich schaffte es nach dem Zwischenjahr in die Sekundarschule und dort behandelten mich die Lehrer ganz normal und halfen mir über die Schwächen zu kommen.

Ich fand auch langsam Freude am Lesen. Ich verschlang De Cesco und Blobel Bücher zur Freude meiner Eltern.

Wie genau es passierte, weiss ich nicht mehr. Ich war auf Lehrstellen suche und meine Job wünsche hatten sich nach diversen Schnuppertagen in Luft aufgelöst. Ich suchte in bestimmten Regionen nach offenen Lehrstellen und bewarb mich hier und dort. Ich wurde dann bei der Buchhandlung ‚Meili Bücher und Medien‘ in Schaffhausen zum Schnuppertag als Buchhändlerin eingeladen und nach diesem Tag wusste ich: Das will ich lernen! Es ging mir aber nicht hauptsächlich um die Bücher, das Ganze drum herum hatte mir gefallen und die Lehrtöchter und Buchhändlerinnen hatten es mir angetan. Auch nach drei Jahren Tortur mit viel Lesen und Texte Schreiben in der Berufsschule war es noch immer mein Traumjob.

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